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Ausgelöst durch eine Bericht der französischen Arzneimittelbehörde prüft das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung von 176 Medikamenten. Ein indisches Auftragsforschungsunternehmen hat vermutlich im großen Stil Studienergebnisse gefälscht.

Art und Umfang der Fälschungen ließen vermuten, dass es sich nicht um Einzelfälle handelte, sondern dass bei dem Unternehmen systematisch manipuliert wurde. Dies hat zur Folge, dass sich in Deutschland Medikamente auf dem Markt befinden, deren Nutzen-Risiko-Bewertung nicht zuverlässig erbracht wurde. Viele Patienten sind beunruhigt, da es noch keine genauen Angaben der Behörden gibt, welche Arzneimittel betroffen sind. Diese Meldung reiht sich leider in die Reihe der vielen Hinweise von Fälschungen ein, die auch 2014 auf dem Medikamentenmarkt bekannt wurden. Ob Fälschungen bei Potenzmitteln oder auch bei sehr teuren Medikamenten gegen Krebs, es ist immer der Patient, der massiv geschädigt wird, da es sich auf Wirkungen verlässt, die gefälschte Medikamente nicht haben. Im Fall der falschen Krebsmedikamente aus dem europäischen Ausland bedeutet eine unzureichende Wirkung nicht selten den Tod.

Wie skrupellos dabei vorgegangen wird, zeigt auch, dass sehr viel Geld dahinter steckt. Sollte sich eine Mitwisserschaft bei den pharmazeutischen Unternehmen herausstellen, so büßen Generika-Hersteller massiv Vertrauen beim Kunden ein. Und dass in einer Zeit, wo man als Apotheker/in in Deutschland im schlecht bezahlten Auftrag der Krankenkasse jeden Tag Patienten von Austauschpräparaten überzeugen muss, deren Zuverlässigkeit nun in Frage gestellt wird. Dennoch zeigt dieser Vorfall auch eins: billig zahlt sich nicht immer aus. In den vergangenen Jahren hat die Pharmabranche immer mehr Studien in Schwellenländer verlagert. Dort sind die Kosten deutlich niedriger, und die Firmen finden leichter willige Testpersonen für geringe Aufwandsentschädigungen. Sicher profitieren auch die deutschen Krankenkassen: günstige Medikamente schonen erstmal das Budget. Die Folgeschäden der Fälschungen oder unzureichenden Studien könnte die Ersparnis jedoch schnell auffressen.





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