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Chronische Krankheiten werden in Deutschland oft mit verschiedenen Medikamenten gleichzeitig behandelt. So verwundert es nicht, wenn zum Beispiel bei einem Herzkreislauf-Patienten neben einem Betablocker, eine Entwässerungstablette, ein Blutverdünner und ein Cholesterinsenker verordnet werden. Kommen Unruhezustände oder Schlafstörungen hinzu können Schlafmittel oder Antidepressiva den Medikamentencocktail noch vergrößern. Problematisch wird es, wenn auf Grund von möglichen Arthrosebeschwerden noch Schmerzmittel und Säureblocker die Verordnung „bereichern“.

Oftmals trifft es ältere Menschen, deren Leber- und Nierenfunktion nicht mehr der eines 20 jährigen entsprechen. Es stellen sich Arzneimittel-Wechselwirkungen h ein, die sehr schnell gefährlich werden können. Für den Hausarzt ist es äußerst schwierig, den Überblick zu behalten und möglich Wechselwirkungen vorher zu sehen. In einer aktuellen Studie aus Bayern trat bei jedem 6. Apothekenkunden eine Wechselwirkung zwischen den verordneten Arzneimitteln auf. Bei jedem 200. Kunden konnte diese sogar als lebensbedrohlich eingestuft werden. Knapp 100 bayerische Apotheken dokumentierten hierzu im Juli 2011 je 100 aufeinanderfolgende Kundenkontakte. Auch der Fernsehbericht „Die Story“ vom 5. März im WDR weist unter dem Titel „Riskante Rezepte“ auf gefährliche Wechselwirkungen durch verschiedene Medikamente hin. Er zeigt, dass vor allem ältere Menschen täglich Medikamenten-Cocktails einnehmen, die sie teilweise in lebensbedrohliche Situationen bringen. Nach vorsichtigen Schätzungen sterben in Deutschland mehr als 20.000 Menschen jährlich durch die unkoordinierte Behandlung mit Arzneimitteln. Fachärzte interessiert diese Problematik laut Bericht kaum, da sie sich nur für das Organ zuständig fühlen, auf das sie spezialisiert sind. Der Hausarzt kann nur unter immensen Zeitaufwand aussortieren.

 

Diesen zeitlichen Spielraum hat er jedoch heute nicht mehr und bezahlt wird er auch nicht. Schade ist, dass in dem gesamten Bericht nicht ein einziges Mal der Apotheker als Arzneimittelfachmann erwähnt wurde. Ihm obliegt es, auf Grund seiner fundierten Arzneimittelkenntnisse Wechselwirkungen und gefährliche Nebenwirkungen aufzudecken und zusammen mit dem Arzt eine Lösung zu finden. Allein der Apotheker hat die Kompetenz und Ausbildung sofort und ohne lange Recherche auf mögliche Risiken aufmerksam zu machen. Und genau hier liegt das Problem: keine andere Berufsgruppe lässt sich ihre Kompetenz so aus der Hand nehmen wie die der Apotheker! Wie soll die Politik da noch wissen, wozu die Apotheke einst zwischen Arzt und Patient gestellt wurde und welche Aufgabe ihr zu Teil wurde? Die Apotheke bietet, wenn sie sich trotz immensen wirtschaftlichen Drucks auf Ihre ureigenste Aufgabe besinnt, ein Schutz für jeden Menschen vor Arzneimitteln. Das Ergebnis der Studie aus Bayern zeigt, dass Wechselwirkungen im Apothekenalltag häufig vorhersehbar und damit vermeidbar sind. Hierbei konnte der größte Anteil der entdeckten Wechselwirkungen durch ein persönliches Gespräch direkt in der Apotheke gelöst werden konnte. In weiteren acht Prozent der Fälle half der Apotheker dem Patienten durch eine sofortige Rücksprache mit dem Arzt. Die restlichen 10 Prozent wurden an den Arzt zurückverwiesen.





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kundenspiegel 2018 kl

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