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Diese Bezeichnung steht für viele Patienten als Diagnose am Ende eine langen Darmproblematik. Angefangen mit Sodbrennen, Aufstoßen über Blähbauch und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten reagiert der Darm gereizt. Durchfall und Verstopfung können sich abwechseln und viele Lebensmittel werden nicht mehr vertragen.

Nach der üblichen Vorgehensweise werden 14 Tage lang Magensäure-Blocker vom Arzt verordnet. Gehen die Beschwerden nicht zurück, wird die Einnahme verlängert und eine Magenspiegelung durchgeführt. Wird keine Ursache ausfindig gemacht lautet die Diagnose „Reizdarm“ ohne, dass dies den Betroffenen wirklich hilft. Ausgelöst wird das Phänomen durch eine zu hohe Bildung an Stickstoffmonoxid-Radikalen. Diese entstehen in unserem Körper und haben dort auch wichtige Funktionen. Sie bleiben unschädlich, so lange unser Körper in der Lage ist, eine überschießende Produktion mit Entgiftungssystemen in Schach zu halten. Doch zahlreiche Umweltgifte, Stress, ungesunde stark zuckerhaltige Ernährung sowie Medikamente (vor allem Magensäure-Blocker) können die Entgiftungsfunktionen des Körpers blockieren und die Aufnahme von Nährstoffen unterbinden, die der Stickstoffmonoxid-Radikal-Belastung entgegen wirken. Vor allem ein Vitamin B 12 Mangel begünstigt die überschießende Stickstoffmonoxid-Produktion. Entsteht zu viel Stickstoffmonoxid erschlaffen die Muskeln und eine Darmträgheit mit Blähungen sind die Folge. Die Durchmischung der Bakterien im Stuhlgang ist nicht mehr gewährleistet und es entstehen Fäulnisprozesse, Gasbildung und ein Ungleichgewicht in der Bakterienflora.

Die Darmschleimhaut wird durch zu viel Stickstoffmonoxid geschädigt und kann ihre Barrierefunktion nicht mehr ausführen. Die Vitaminproduktion durch gesunde Darmbakterien versagt und auch die Bereitstellung von Aminosäuren zur Energiegewinnung leidet. Beim Verzehr von Kohlenhydrat reicher Kost wie Zucker, Kuchen oder Weißmehlprodukten wird die Stickstoffmonoxid-Produktion schlagartig verstärkt und es kommt zu massiven Blähungen. Zur Regeneration des Darms sind neben Lacto- und Bifidobakterien für die Darmflora vor allem auch Lecithin als Schutzschicht und Glutamin als Nährstoff für die Darmschleimhaut wichtig. Zusätzlich muss eine ausreichende Versorgung von Vitamin B6 und vor allem B12 sicher gestellt sein. Die Überprüfung des Vitamin B12 Spiegels sollte im besten Fall über einen Urintest sichergestellt werden. Hier wird das Abbauprodukt des verbrauchten B 12 untersucht, welches eine verlässliche Aussage über die tatsächliche Versorgung der Zellen mit Vitamin B12 zulässt. Bluttests, die Vitamin B12 im Serum bestimmen, sind hier leider nicht aussagekräftig genug.

Ihre
Sabine Vollwerth
(Apothekerin)