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Die chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems mit Schädigung und Abbau der Nervenschutzschicht (Myelinschicht) wird Multiple Sklerose genannt. Durch die geschädigten Nerven kommt es zu Störungen in der Signalübertragung. Vor allem Seh- und Augenbewegungsstörungen, Blasen- und Darmstörungen, Depressionen, Taubheitsgefühle, Störungen in der Koordination von Bewegungen sowie extreme Müdigkeit und Erschöpfung machen die Symptome einer Multiplen Sklerose aus.

Die Erkrankung zählt zu den Autoimmun-Erkrankungen, das heißt, dass die Ursache im körpereigenen Immunsystem liegt. Hier spielen Umweltfaktoren, Lebensstil (Übergewicht, wenig Bewegung) und Infektionen eine große Rolle. Rauchen erhöht das Erkrankungsrisiko der Multiplen Sklerose um 50%. Hier sind sowohl aktiv wie auch passiv Rauchen in der Kindheit und Jugend entscheident. Aber auch Infektionen wie zum Beispiel mit Epstein-Barr-Viren spielen eine Rolle. Zahlreiche klinische Interventionsstudien liefern überzeugende Hinweise, dass ein erhöhtes Erkrankungsrisiko vor allem bei Vitamin D Mangel besteht. Der Ausgleich des Mangels kann die Erkrankung positiv beeinflussen. Neu ist die Erkenntnis, dass die individuelle Besiedelung des Darms direkten Einfluss auf Entzündungen nimmt. Dabei gibt es je nach Ernährungsgewohnheiten bestimmte Bakterien, die im Darm besser gedeihen als andere. Diese individuelle Besiedelung des Darms wird Darm - Mikrom genannt. Es hat direkten Einfluss auf die Gesundheit des Zentralen Nervensystems, die Funktion der Blut-Hirn-Schranke sowie auf die Immunzellen des Gehirns. Nur mit der richtigen Darmbakterien-Besiedelung ist die Schutzschicht des Darms intakt. Nur so kann verhindert werden, dass die Darmschleimhaut durchlässig oder „löchrig“ wird, wie es beim Erkrankungsbild des engl. „Leaky Gut“ der Fall ist. Liegt eine ungünstige Besiedelung mit den falschen Darmbakterien vor, kann der Darm durchlässiger für Substanzen werden, die das Immunsystem reizen und Entzündungen im gesamten Körper auslösen können. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten kann das individuelle Darm-Mikrom fördern und somit die Darmbarriere erhalten. Die Zufuhr von gesunden Darmbakterien, omega 3 Fettsäuren und Vitamin D kann die Verschlechterungsrate einer MS-Erkrankung reduzieren.

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Ihre
Sabine Vollwerth
(Apothekerin)