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Häufiger Harndrang, Nachtröpfeln und nächtliche Toilettengänge betreffen immer mehr Männer mit zunehmenden Alter. Eine der meisten Ursachen ist die Vergrößerung der Prostata. Diese liegt unterhalb der Blase und führt dazu, dass die benachbarte Harnröhre eingeengt wird und der Urin nicht mehr richtig durchfließen kann. Typische Symptome sind ein dünner Harnstrahl, verlängertes Wasserlassen, eine unvollständige Blasenentleerung und daraus resultierender häufiger Harndrang.

Warum die Prostata wächst, wurde bis heute nicht geklärt. Ist die Prostata gutartig vergrößert spricht man von einer „Benignen Prostatahyperplasie“ (BPH). Zahlreiche Arzneistoffe stehen zur Behandlung der Beschwerden zur Verfügung. Der sehr häufig verordnete Wirkstoff Tamsulosin gehört zu der Substanzklasse Alpha-1- Adrenorezeptor Blockern. Er entspannt die glatte Muskulatur in der Prostata und der Harnröhre, so dass die Entleerung verbessert wird. Die Wirkung findet hauptsächlich in der Prostata statt, dennoch kann es zu Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall, Herzklopfen, verstopfte oder laufende Nase, Schwindel und Störungen beim Samenerguss kommen. Die Größe der Prostata bleibt leider unverändert und auch ein Voranschreiten der Erkrankung kann mit diesen Arzneistoffen nicht verhindert werden. Erst die 5-alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid oder auch Dutasterid vermögen eine Verkleinerung der zu großen Prostata zu erreichen, indem sie verhindern, dass das männliche Hormon Testosteron in seine Wirkform umwandelt wird. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen hier jedoch Impotenz, verminderte Lust sowie eine Vergrößerung der männlichen Brust. Leider setzt die Verkleinerung der Prostata bei regelmäßiger Einnahme erst nach 6-12 Monaten ein. Wer all diese Risiken nicht eingehen möchte, kann je nach Beschwerdebild und Rücksprache mit dem Arzt auch pflanzliche Wirkstoffe nutzen. Vor allem die Früchte der Sägepalme enthalten eine nennenswerte Menge an beta-Sitosterol, dem eine wachstumshemmende, entzündungshemmende und antiandrogene Wirkung zugeschrieben wird. Auch die Brennnesselwurzel enthält neben den Sitosterolen zusätzliche Lektine, die in der Behandlung der Prostatahyperplasie eine Rolle spielen. Für die Kombination der beiden Pflanzen gibt es gute Studien zur Wirksamkeit, in denen das pflanzliche Mittel dem chemischen Wirkstoff Finasterid nicht unterlegen war. Ein weiterer Vorteil der Pflanzen: Sie haben kaum Nebenwirkungen und können vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung die Beschwerden lindern.

Wir beraten Sie gerne!

Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin)