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Nach Angaben der Krankenkasse DAK aus dem Jahre 2017 haben immer mehr Menschen Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Vor allem Berufstätige im Alter zwischen 35 und 65 Jahren fühlen sich zu 80% betroffen.

Unter der besonders schweren Schlafstörung „Insomnie“ leidet jeder zehnte Arbeitnehmer. Seit 2010 gab es hier einen Anstieg von 60 Prozent. Nach Angaben der DAK lassen sich nur wenige Betroffene ärztlich behandeln. Nur eine Minderheit meldet sich beim Arbeitgeber krank. Für Unternehmen bedeutet das: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen ist bei der Arbeit müde (43 Prozent). Etwa ein Drittel (31 Prozent) ist regelmäßig erschöpft. Die Krankenkasse führt weiter aus, dass im Vergleich zu 2010 heute fast doppelt so viele Erwerbstätige Schlafmittel einnehmen. Dies hat auf Dauer erhebliche Konsequenzen nicht nur für die Leistungsfähigkeit, sondern vor allem für die Gesundheit. Herzkreislaufprobleme, Depressionen, Erschöpfungszustände und Burn out sind nur einige. Oftmals sind die Schlafphasen nach der Einnahme von Schlafmitteln verändert. Wichtige Phasen des Träumens entfallen. Je nach dem wie spät das Schlafmittel genommen wurde, besteht eine noch anhaltende Wirkung (Hangover) noch am nächsten Morgen, wo viele eigentlich wach und konzentriert für den Straßenverkehr sein müssten.

Ob wir schnell einschlafen und gut durchschlafen hängt maßgeblich von dem Hormon Melatonin ab. Es wird bei Dunkelheit von der Zirbeldrüse im zentralen Nervensystem ausgeschüttet und wir werden müde. Der Spiegel erreicht etwa in der Mitte der Nacht den Höhepunkt und nimmt dann bis zu den frühen Morgenstunden wieder ab. Mit zunehmendem Alter wird die körpereigene Melatonin-Produktion geringer. Ein Gegenspieler des Schlafhormons ist das Licht. Insbesondere auch das sogenannte energiereiche „Blue Light“ (LEDs, Displays/Bildschirme elektronischer Geräte) verzögert bzw. verringert im Körper die Melatonin-Freisetzung. Künstliches Licht kann daher zu Problemen mit dem Tag-Nacht-Rhythmus und zu Einschlafproblemen führen. Doch dauerhafter Stress kann ebenso eine Ursache sein. Melatonin bildet sich aus Serotonin, welches zum großen Teil aus dem Eiweißbaustein L-Tryptophan im Darm gebildet wird. Die L-Tryptophan reichsten pflanzlichen Lebensmittel sind: Nüsse (besonders Cashew-Kerne), Bohnen (besonders Sojabohnen) sowie Samen (Sonnenblumenkerne, Sesam, Amaranth, Quinoa, Hafer, Hirse), Weizenkeime und Pilze. Eine unausgewogene Ernährung, eine durch Stress nachteilig veränderte Darmflora und wenig Bewegung begünstigen einen Serotonin-Mangel. Dieser bedingt Stimmungstiefs, Depressionen und eine chronische Unzufriedenheit. Nach langem Warten ist Melatonin nun endlich als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 0,5 mg auf dem Markt. Es wird eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen und verkürzt die Einschlafzeit. Bei einer Schlafdauer von 7-8 Stunden sind keine Effekte mehr am nächsten Morgen zu erwarten.

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Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin) und Team