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Bei der Diagnose einer Krebserkrankung sind viele Betroffene aus Angst und Unsicherheit geneigt, die Entscheidungen über die Behandlung der Erkrankung allein in die Hände des Arztes zu legen. Meist folgen die nächsten Schritte wie Operation, Chemotherapie und Bestrahlung so schnell, dass eine ausführliche Information über eine sinnvolle Begleitung der Therapie-Schritte oft nicht erfolgt.

Der Wille des Patienten, aktiv selbst etwas gegen die Erkrankung zu tun, bleibt im klinischen Alltag oft nur ein Wunsch. Konkrete Hinweise und die Zeit für die Beratung fehlen. Betroffene Patienten erleben Ihre Situation passiv und nehmen Ihre Ressourcen und Ihr Mitspracherecht nicht wahr. Haben Strahlen- und/oder Chemotherapie begonnen, lassen Nebenwirkungen nicht lange auf sich warten. Die Beeinträchtigung des Geschmacks, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Übelkeit führen schnell zu einem Gewichtsverlust. Müdigkeit und Erschöpfung bestimmen den Tagesablauf der Patienten. Neben den schulmedizinischen Therapien können Betroffene jedoch einiges tun, um Ihre Lebensqualität zu erhalten. Dies fängt bei der täglichen Ernährung an. Krebszellen weisen im Gegensatz zu normalen Zellen einige Unterschiede auf. Sie wachsen ungebremst, wirken zerstörend auf umliegendes Gewebe und reagieren nicht mehr auf wachstumshemmende Signale des Körpers. Viele Krebszellen stellen ihren Stoffwechsel um und gewinnen Energie auf eine andere Weise als gesunde Zellen: statt Zucker zu verbrennen, vergären sie ihn. Vor mehr als 80 Jahren entwickelte der Biochemiker und Arzt Otto Warburg die These, dass die veränderte Energiegewinnung maßgeblich an der Entstehung von Krebs beteiligt ist. Dieser Zucker-Abbau-Weg hat einen entscheidenden Vorteil für den Tumor: dass Wachstum unter sauerstoffarmen Bedingungen wird möglich. Die Aktivität eines Enzyms (genannt TKTL1-Enzym) und der damit verbundene Vergärungsstoffwechsel tragen dazu bei, dass Krebszellen aggressiv werden, in andere Gewebe einwandern und Metastasen bilden. Mit dem Anschalten der Vergärung entstehen gleichzeitig Resistenzen gegenüber vielen Chemotherapeutika.

Diese Erkenntnisse führten zu der Idee, über die Reduzierung der Zuckerzufuhr entartete Zellen in ihrer Energiegewinnung zu beeinträchtigen. Aus diesem Grund wird Krebspatienten häufig eine ketogene Diät empfohlen. Hierunter versteht man eine kohlenhydratarme, dafür aber fettreiche Kost, die eine Umstellung des Energie-stoffwechsels im Körper zur Folge hat. In der klassischen ketogenen Diät sind maximal vier Prozent Kohlenhydrate oder etwa 20 Gramm pro Tag erlaubt. Zum Vergleich: Normalerweise wird Erwachsenen empfohlen, über Kohlenhydrate circa 50 Prozent des täglichen Gesamtenergiebedarfs zu decken. Des Weiteren erlaubt die ketogene Diät etwa sechs bis acht Prozent Eiweiß und knapp 90 Prozent Fett. Nudeln, Brot, Reis, Kartoffeln und Zucker sind tabu. Dafür kommen fetter Fisch, Fleisch, Wurst, Eier und kohlenhydratarmes Gemüse wie Zucchini, Gurke und Brokkoli auf den Teller. Wegen des hohen Fruchtzuckergehalts steht Obst nur sehr selten und in geringen Mengen auf dem Speiseplan. Neben einer optimierten Ernährungstherapie gehören bestimmte Mikronährstoffe wie Selen, Vitamin D, Coenzym Q10 und L-Carnitin mit zu einer sinnvollen Krebstherapie. Sie verbessern die Lebensqualität, sie stärken das geschwächte Immunsystem, unterstützen die Regeneration und Wundheilung nach Operationen, hemmen Entzündungen und beugen einer Metastasenbildung vor. Der wichtigste Vorteil ist jedoch, dass die richtigen Mikronährstoffe in der Lage sind, die Krebstherapien optimal zu unterstützen und die Nebenwirkungsrate erheblich zu reduzieren. Um diese Wirkung zu erreichen, müssen die Nährstoffe ausreichend hoch dosiert und optimal auf die individuellen Chemomedikamente abgestimmt sein. Sicher ist die Diagnose einer bösartigen Erkrankung für jede/n, der/die sie erhält, ein Schock. Um so wichtiger ist es, sich einen Plan zurecht zu legen, wie wir damit umgehen möchten. Aktiv zu werden und Möglichkeiten zu suchen, um selbst Einfluss zu nehmen, können viel Kraft und Energie geben.

Wir beraten Sie gerne! Ihre Sabine Vollwerth

(Apothekerin)