Die alarmierende Zunahme von Depressionen

Jeder, der mit Depressionen kämpft, kennt das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Die dunkle Wolke, die über allem hängt, ist mehr als nur schlechte Laune – sie ist eine Krankheit, die den ganzen Körper betrifft.

In den letzten Jahren sind die Zahlen der Betroffenen stark gestiegen. Laut aktuellen Studien leiden inzwischen fast zehn Millionen Menschen in Deutschland an Depressionen – das entspricht etwa 12,5 % der Bevölkerung. Besonders alarmierend ist der Anstieg bei jungen Menschen und älteren Erwachsenen. Die psychischen Belastungen dramatische Ereignisse wie Kriege und Umweltkatastrophen, wirtschaftliche Unsicherheiten und soziale Isolation fordern ihren Tribut. Ärzte setzen in der Behandlung auf Antidepressiva, doch immer mehr Forschungen zeigen: Unser Darm und unsere Ernährung spielen eine entscheidende Rolle für unsere mentale Gesundheit.

Der Darm wird oft als unser „zweites Gehirn“ bezeichnet, denn er ist mit Millionen von Nervenzellen ausgestattet und steht in direkter Verbindung mit unserem zentralen Nervensystem. Die sogenannte Darm-Hirn-Achse sorgt dafür, dass Signale zwischen Bauch und Kopf hin- und hergehen. Ist die Darmflora - also die Besiedelung unseres Darms mit gesunden Bakterien - gestört, kann sich das negativ auf unsere Stimmung auswirken. Ein gesunder Darm ist also entscheidend für ein gesundes Gehirn. Hinzu kommt, dass bestimmte Medikamente im Verdacht stehen, Depressionen zu begünstigen oder depressive Symptome zu verstärken. Hierzu gehören u.a.

  • Betablocker (z. B. zur Behandlung von Bluthochdruck), die die Produktion bestimmter Neurotransmitter beeinflussen können.
  • Hormonelle Verhütungsmittel, insbesondere einige Arten der Antibabypille, die den Hormonhaushalt verändern und depressive Verstimmungen auslösen können.
  • Kortikosteroide (z. B. Cortison zur Behandlung von Entzündungen und Autoimmunerkrankungen), die das Stresshormonsystem beeinflussen.
  • Benzodiazepine (Beruhigungsmittel), die bei längerer Anwendung zu depressiven Symptomen führen können.
  • Statine (Cholesterinsenker), die möglicherweise den Serotoninstoffwechsel beeinflussen.

Falls der Verdacht besteht, dass ein Medikament das seelische Wohlbefinden negativ beeinflusst, sollte dies mit einem Arzt besprochen werden, um mögliche Alternativen oder Anpassungen der Medikation zu erwägen. Neben einer intakten Darmflora spielen auch Mikronährstoffe eine entscheidende Rolle. Besonders Vitamin D ist für die Produktion von Serotonin wichtig. Viele Menschen – gerade in und nach den dunklen Wintermonaten – leiden an einem Mangel, der mit einem erhöhten Depressionsrisiko einhergeht. Auch B-Vitamine, insbesondere B6, B9 (Folsäure) und B12, sind entscheidend für die Nervenfunktion und die Produktion von Neurotransmittern. Menschen mit Depressionen haben oft niedrigere B-Vitamin-Spiegel. Omega-3-Fettsäuren, vor allem aus fettem Fisch oder Algen, sind bekannt dafür, entzündungshemmend zu wirken und die Gehirnfunktion zu unterstützen.

Wir beraten Sie gerne! Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin) und Team

Apothekerin Sabine Vollwerth

Apothekerin Sabine Vollwerth

  • Inhaberin der Vollwerth-Apotheke in Siegen
  • Vorstandsmitglied Natur und Medizin
  • Spezialkenntnisse: Begleitung von Krebstherapien, Nahrungsergänzung zur Krankheitsvorbeugung, Wechseljahresbeschwerden
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