In der öffentlichen Diskussion wird über Vitamine als Nahrungsergänzung erstaunlich häufig gewarnt: zu viel, zu riskant, unnötig und überflüssig. Diese Botschaften hören wir immer wieder. Was dabei jedoch viel zu kurz kommt, ist die andere Seite der Wahrheit: Die klare und mit Studien gut belegte gesundheitliche Bedeutung vieler Vitamine – allen voran Vitamin D.
Vitamin D wirkt in unserem Körper wie ein Dirigent: Es steuert den Knochenstoffwechsel, unterstützt die Muskelfunktion, das Immunsystem, unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit und beugt vielen entzündlichen Prozessen vor. Zahlreiche Studien zeigen, dass ein guter Vitamin-D-Spiegel mit einem geringeren Risiko für chronische Erkrankungen verbunden ist (nachzulesen im Buch „Vitamin D – Die Heilkraft des Sonnenvitamins“ von Uwe Gröber - Apotheker!- und Prof. Dr. Michael Holick). Trotzdem wird in Deutschland fast ausschließlich vor der „Gefahr der Überdosierung“ gewarnt – statt ehrlich über den belegten Nutzen eines guten Versorgungsstatus zu sprechen. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung in Mitteleuropa hat einen zu geringen Vitamin D-Status. Das Problem: Sonne und Ernährung reichen für eine optimale Versorgung in Mitteleuropa nicht aus. Unser Körper kann Vitamin D zwar selbst bilden, braucht dafür aber direkte UV-B-Strahlung auf der Haut. In unseren Breitengraden ist das nur wenige Monate im Jahr zu bestimmten Zeiten am Tag ausreichend möglich. Ein überwiegend in Innenräumen verbrachter Lebensstil verhindert die natürliche Bildung von Vitamin D durch fehlende Sonnenexposition genauso wie die Anwendung von Sonnencreme. Über die Ernährung lassen sich meist nur geringe Mengen aufnehmen: Fisch, Eier und Pilze decken nicht annähernd den Tagesbedarf.
Ein weiterer Punkt, über den öffentlich selten gesprochen wird: Nahezu jedes regelmäßig eingenommene Medikament beeinflusst Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Medikamente können deren Aufnahme hemmen, die Wirkung blockieren oder den Abbau beschleunigen. Ein Beispiel sind „Magenschutz-Tabletten“ wie Omeprazol oder Pantoprazol. Sie werden in Deutschland oft über Jahre verschrieben – obwohl sie ursprünglich nur für die kurzfristige Behandlung einer Magenschleimhautentzündung gedacht waren. Sie blockieren die Magensäure – und genau diese Säure benötigen wir, um Nährstoffe aus der Nahrung freizusetzen und sie für den Körper verfügbar zu machen. Langfristig kann das die Versorgung von Vitamin B12, Magnesium, Eisen, Calcium und weiteren Stoffen beeinträchtigen. Das heißt: Wer bestimmte Medikamente dauerhaft einnimmt, hat oft einen zusätzlichen Bedarf an Nährstoffen und auf keinen Fall einen niedrigeren. Vitamine sind keine Zauberpillen – aber sie sind Bausteine unseres Lebens. Wer ihren Nutzen verschweigt und nur über Risiken spricht, nimmt vielen Menschen die Chance, ihre Gesundheit sinnvoll zu unterstützen.
Wir beraten Sie gerne!
Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin) und Team


