Dass Cola, Energydrinks und viele Fruchtsäfte viel Zucker enthalten, überrascht kaum noch. Ein halber Liter Energydrink kann bereits rund 20 Teelöffel Zucker enthalten. Das Problem: Flüssiger Zucker gelangt besonders schnell ins Blut. Anders als bei Kuchen oder Brot muss der Körper ihn kaum verdauen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel rasch an – und fällt später oft ebenso schnell wieder ab. Dieses Auf und Ab kann Heißhunger, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme fördern. Regelmäßiger Konsum von Softdrinks wird seit Jahren mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Schlaganfälle und Übergewicht in Verbindung gebracht.
Dabei sind es die Entzündungsprozesse in unserem Körper, die durch große Mengen an Zucker begünstigt werden. Diese stehen nicht nur im Zusammenhang mit Hautproblemen und schnellerer Hautalterung. Menschen, die oft süße Getränke konsumieren, entwickeln häufiger depressive Symptome oder Angststörungen. Studien zeigen, dass der Konsum von mehreren Softdrinks täglich, ein deutlich erhöhtes Risiko für Depressionen mit sich bringt. Besonders Jugendliche scheinen empfindlich zu reagieren. Im Mittelpunkt der Forschung steht inzwischen das sogenannte Darmmikrobiom – also die Milliarden von Bakterien in unserem Darm. Diese Mikroorganismen beeinflussen nicht nur die Verdauung, sondern auch unser Gehirn. Bestimmte Darmbakterien produzieren Stoffe, die auf Nerven, Entzündungsprozesse und sogar auf die Bildung von Botenstoffen wie Serotonin wirken. Serotonin spielt eine wichtige Rolle für Stimmung, Schlaf und Wohlbefinden. Studien deuten darauf hin, dass viele Softdrinks die Zusammensetzung der Darmflora verändern, so dass sich jene Bakterien vermehren, die mit Entzündungen und depressiven Symptomen in Verbindung gebracht werden.
Wer nun denkt, dass Zero- oder Light-Produkte die Lösung sind, der irrt. Menschen, die täglich Getränke mit Zuckerersatz trinken, entwickeln häufiger depressive Verstimmungen – besonders Frauen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass viele Lightgetränke dem Gehirn langfristig schaden könnten. Auch hier ist die Beeinträchtigung der Darmflora als Ursache zu sehen.
Entscheidend ist vor allem die Menge: Wer nur gelegentlich eine Cola oder Limo trinkt, muss sich keine großen Sorgen machen. Problematisch wird es vor allem bei regelmäßigem, täglichem Konsum.
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Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin) und Team