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Vor allem bei Kindern sind in den ersten Lebensjahren Unverträglichkeiten und Allergien extrem angestiegen. Sie äußern sich zuerst in einem Atopischen Ekzem. Die Kinder haben Hautausschläge und sehr trockene Haut.

Nicht selten tritt Juckreiz auf, der zum Aufkratzen verleitet. Schlafstörungen und Unruhe der betroffenen Kinder sind vorprogrammiert. Bakterien setzen sich auf die Wunden und infizieren die Haut zusätzlich. Bis zur Pubertät verschwinden die Hautausschläge meist wieder und Heuschnupfen und/oder Asthma manifestieren sich. Als Ursache wird der hohe Hygienestandard in den westlichen Industrienationen genannt. Kinder, die Ihr erstes Lebensjahr auf einem Bauernhof verbringen, haben deutlich weniger Hautprobleme. Interessant ist jedoch auch, dass Immunzellen Rezeptoren für Geschlechtshormone besitzen. Dabei existiert die meiste Zeit ein Gleichgewicht zwischen den Immunzellen TH1 und TH2. Nur in den Phasen der Menstruation der Frau überwiegen die Immunzellen TH1 und in der Phase des Eisprungs die Immunzellen TH2. In der Phase der Schwangerschaft bleibt die Erhöhung der TH2 Zellen bestehen und es stellt sich kein Gleichgewicht ein. Dies hat zur Folge, dass das noch nicht ausgereifte Immunsystem des Kindes von den TH2 Zellen dominiert wird. Erst die Auseinandersetzung mit den Bakterien der Mutter beim Geburtsvorgang löst beim Neugeborenen die Aktivierung von TH1 Zellen aus, so dass sich ein Gleichgewicht einstellen kann. Hier hat vor allem die Art der Geburt einen großen Einfluss. Bei einem Kaiserschnitt werden die Bakterien der Mutter nicht an das Neugeborene übertragen.

Das notwendige Gleichgewicht zwischen den Immunzellen bleibt aus und es kommt zur Ausbildung von Unverträglichkeiten und Allergien.Im Stuhl allergischer Kinder findet man deutlich weniger gesunde Bifidobakterien und zusätzlich ein starke Besiedelung mit Clostridien. Schon 2001 wurden in Finnland Studien zur Allergieprävention mit probiotischen Darmbakterien durchgeführt. Auch die große PandA-Studie 2003 zeigte schon nach 3 Monaten, dass durch die Zufuhr gesunder Darmbakterien der TH2 Immunzell-Übeschuß abgebaut werden konnte. Dies hatte und hat bis heute einen immensen Einfluss auf die gesunde und allergiefreie Entwicklung von Kindern. Nachweislich ist ein atopisches Ekzem oder auch eine Neurodermitis im Kindesalter keine Hauterkrankung, sondern eine Darmerkrankung durch die Besiedelung mit falschen Darmbakterien. Sie zeigt sich durch Ekzeme, die von außen allein nur gelindert werden können. Die Heilung erfolgt jedoch immer über den Darm.

Ihre

Sabine Vollwerth (Apothekerin)