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Immer wieder verwundert es, dass manche Menschen essen können, soviel sie wollen ohne zuzunehmen und andere schon vom Anblick kalorienreicher Nahrung zunehmen. Die Ursache scheint mehr als bisher vermutet in der Besiedelung des Darms mit Bakterien zu liegen. Mehr als 400 unterschiedliche Bakterienarten leben normalerweise im menschlichen Darm...

Unsere Darmbakterien haben zahlreiche Aufgaben, unter anderem auch die Nahrungsverwertung. Sie können in zwei Gruppen unterteilt werden: die sogenannten Bacteroidetes und die Firmicutes. In einer gesunden Darmflora liegen diese beiden Gruppen in einem optimalen Verhältnis von 1 : 1 zueinander vor, das heißt, dass von beiden in etwa gleich viele Bakterien im Darm sind. Bei Übergewichtigen kommt es jedoch häufig vor, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht ist und die Bakteriengruppe der Firmicutes stark überwiegt. Das Verhältnis kann dabei bis zu 2.000 : 1 verschoben sein. Der Darm enthält dann also 2.000-mal mehr Firmicutes als Bacteroidetes. Eine derartige Verschiebung der Hauptstämme wirkt sich unmittelbar auf den Energiestoffwechsel aus. Bakterien vom Stamm der Firmicutes produzieren deutlich mehr Enzyme, die in der Lage sind, unverdauliche Kohlenhydrate zu spalten. Dadurch entstehen im Darm viele leicht verdauliche Kohlenhydrate - viel mehr als in einem Darm mit einem optimalen Bakterienverhältnis – die zusätzlich zu den gegessenen Kalorien aufgenommen werden. Diese „versteckte“ Aufnahme kann bis zu 200 Kalorien mehr ausmachen – und das jeden Tag!

Je mehr Kohlenhydrate (z.B. Zucker, Nudeln usw.) gegessen werden, desto wohler fühlen sich die Firmicutes und desto besser können sie sich im Darm vermehren – ein Teufelskreis hat begonnen! Bakterien, die zum Stamm der Bacteroidetes gehören, verkapseln unverbrauchte Kohlenhydrate, so dass sie mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Entscheidend für unser Körpergewicht ist also die richtige Bakterienart im Darm. Eine gestörte Darmflora erhöht das Risiko für eine Gewichtszunahme, eine Fettstoffwechselstörung und eine Diabetes-Entstehung. Nicht nur die Zufuhr gesunder Bakterienstämme sondern auch die Zugabe des Nährstoffes, der ihr Wachstum fördert, ist wichtig. Apfelpektin ist die optimale Nahrungsquelle für Bacteroidetes – jene Bakterien, die die Ausscheidung von Zucker aus dem Körper unterstützen. Steht den Bacteroidetes-Bakterien ausreichend Apfelpektin zur Verfügung, vermehren sie sich und siedeln sich nachhaltig in unserem Körper an.

Ihre

Sabine Vollwerth (Apothekerin)