Dadurch wird der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorgebeugt, die unbehandelt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Durch diese Wirkung zählen sie zu den wichtigsten Medikamenten in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch leider gibt es auch Nebenwirkungen. Viele Menschen berichten unter der Einnahme von Statinen früher oder später über Muskelprobleme: Muskelschmerzen, Schwäche, Krämpfe oder ein Gefühl von „steifen Beinen“. Oft werden auch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen genannt. Das alles kann den Alltag deutlich beeinträchtigen. Doch warum ist das so? Statine blockieren nicht nur die Cholesterinproduktion in der Leber, sondern auch die körpereigene Produktion eines Stoffes namens Coenzym Q10 (auch: Ubichinon). Diese vitaminähnliche Substanz bildet unser Körper selbst. Sie kommt in jeder Körperzelle vor und ist ein zentraler Bestandteil der sogenannten „Zellkraftwerke“ – der Mitochondrien. Dort hilft Q10 dabei, aus unserer Nahrung Energie zu erzeugen.
Ohne ausreichend Q10 läuft der Energiemotor der Zellen nicht rund. Zusätzlich schützt es unsere Zellen vor oxidativem Stress – also vor „Zellrost“, der durch freie Radikale entsteht. Das ist wichtig für gesunde Gefäße, Nerven und Organe. Besonders viel Q10 befindet sich in Organen mit hohem Energiebedarf, wie dem Herz, der Leber, dem Gehirn und der Muskulatur. Wenn durch Medikamente wie Statine die Bildung von Q10 blockiert wird, sinkt der Q10-Spiegel im Körper nach und nach ab. Dies kann erklären, warum manche Menschen sich müde, kraftlos oder muskulär eingeschränkt fühlen. Statt die verschiedenen Statine untereinander zu wechseln oder sogar abzusetzen, kann eine zusätzliche Einnahme von Q10 helfen, den durch Statine verursachten Mangel auszugleichen. In Studien konnten sich Muskelschmerzen durch Q10-Einnahme deutlich bessern – teils sogar verschwinden. Q10 gilt als gut verträglich und hat kaum bekannte Nebenwirkungen. Leider gilt es als Nahrungsergänzungsmittel und wird daher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Wie im Ärzteblatt Heft 44/2015 veröffentlicht liegt die empfohlene Dosis von Q10 bei 100 mg pro Tag zur ursächlichen Behandlung der durch Statine ausgelösten Muskelbeschwerden. Interessant wird die Ergänzung von Q10 vor allem dann, wenn man die zahlreichen Studien mit positiven Resultaten zur Anwendung von Q10 bei Erkrankungen des Herzmuskels wie der Kardiomyopathie oder auch der Herzinsuffizienz beachtet.
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Ihre Sabine Vollwerth (Apothekerin) und Team